Projekt des Jahres 2017 = Bildungseimer

Projekt_des_Jahres_2017 kleinSiegerin des Wettbewerbs „Projekt des Jahres 2017“ ist die Integrierte Gesamtschule (IGS) Vahrenheide/Sahlkamp mit dem Projekt „Bildungseimer“

Schülerin Pauline (Mitte links, mit rosa Sweatshirt) und ihre Klasse 6 C arbeiten eifrig an den Bildungseimern. Mit der stellvertretenden Schulleiterin Angelika Schoenheit (2.v.r.) freuen sich Stiftungsvorstandsvorsitzende Ursula Schroers (1.v.r.) sowie die Schirmfrau der Stadtteilstiftung und Bundestagsabgeordnete Kerstin Tack (SPD) über das gelungene Stadtteilprojekt. Weitere Aktive (hintere Reihe v.l.): Stiftungsvorstandsmitglied Hans-Jürgen Jeroschewski, Künstler Burhan Uzunyayla, Stiftungsvorstandsmitglied Frank Schweitzer sowie Stiftungsratsmitglied Wilm Janssen (Foto: Andreas Bodamer-Harig)

Bildungseimer-Projekt_ kleinSchülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 6 und 9 der Integrierten Gesamtschule (IGS) Vahrenheide/Sahlkamp befestigen gemeinsam mit Wolfgang Ehelebe (7.v.l.) von der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH (infra) einen „Bildungseimer“ an der Haltestelle „Vahrenheider Markt“. Alle Bildungseimer erzählen Wissenswertes aus dem Stadtteil. Dieser Bildungseimer verrät: „Wussten Sie, dass hier 1950 noch die Heide blühte und noch kein Mensch wohnte?“ Die Projektarbeit wurde von den Künstlern Yasemin Yilmaz (4.v.l.) und Burhan Uzunyayla (2.v.r.) begleitet. Stiftungsratsmitglied Wilm Janssen (2.v.l.) und die stellvertretende Schulleiterin Angelika Schoenheit (6.v.l.) freuen sich über das sehenswerte Schulprojekt, das in den Stadtteil hineinwirkt (Foto: Gerda Giegold-Gstaltmayr)

Bildungseimer – zum Nachdenken und Schmunzeln

War das eine Projektwoche! Viele eifrige Schüler aus den Jahrgängen sechs und neun der Integrierten Gesamtschule (IGS) Vahrenheide/Sahlkamp hatten fünf Tage im Mai alle Hände voll zu tun. Und auch Kopfarbeit war gefragt, gab es doch einiges zum Nachdenken und Austüfteln über den Stadtteil Vahrenheide.

Gemeinsam mit den Künstlern Yasemin Yilmaz und Burhan Uzunyayla kreierten die hoch motivierten Schüler ganz besondere „Bildungseimer“. Dafür montierte die Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH (infra) zehn Mülltonnen von Stadtbahn-Haltestellen der Linie 2 ab und lieferte diese in die Schule, wo sie während der Projektwoche äußerst kreativ umgestaltet wurden.
Pauline (12 Jahre) aus der Klasse 6 C erklärt: „Das macht super viel Spaß, ist aber ganz schön anstrengend. Zuerst haben wir die schweren Mülleimer sorgfältig geschliffen. Dann haben wir sie mit weißer Farbe grundiert und thematisch bemalt.“ Hinzu kam die Installation von Gedankenwolken aus Metall. Die Schüler versahen sie jeweils mit wissenswerten Fakten über den Stadtteil.

Zukünftig können wartende Fahrgäste an den Haltestellen Großer Kolonnenweg, Reiterstadion, Vahrenheider Markt, Papenwinkel und Zehlendorfweg auf den hochwertigen Informationstafeln erfahren, dass der junge Stadtteil einiges zu bieten hat. Denn wer weiß denn beispielsweise so etwas? „Vor hundert Jahren blühte an der Haltestelle „Vahrenheider Markt noch die Heide“ oder „Am Großen Kolonnenweg ritt der Kaiser mit seinen Kolonnen über die Brücke“. Und selbst diese Erkenntnis finden Fahrgäste auf einer der Gedankenwolken: „Der Flug zum Mond begann 1934 auf der Vahrenwalder Heide.“ Wie lange er dauerte? Das kann jeder auf dem Bildungseimer nachlesen – und schmunzeln.

Die besondere Herausforderung während der Projektwoche bestand für die Schüler darin, Quellen zu recherchieren, Informationen zusammenzutragen und diese in kurze Denksprüche umzuformen. Diese anspruchsvolle Vorarbeit leisteten interessierte Schüler des 9. Jahrgangs, angeleitet von Inge Krestel-Titz, Fachleiterin für Gesellschaftskunde. Sie ist begeistert: „Das war eine spannende Sachkundeleistung! Unsere Schüler haben ihren Stadtteil neu und forschend entdeckt.“ Künstler Burhan Uzunyayla, der zusammen mit Yasemin Yilmaz die Schüler bei den praktischen Arbeiten unterstützte, hebt eine weitere Besonderheit hervor: „Wir haben schon einige künstlerische Projekte in der IGS mit Schülern realisiert, zum Beispiel auf dem Schulhof und in den Sanitärräumen. Doch dieses ist das erste, das über die Schulgrenze hinausgeht und den Stadtteil mit einbezieht.“

Ab sofort können Neugierige die „Bildungseimer“ bestaunen, die ganz sicherlich zum Nachdenken anregen, das eine oder andere Aha-Erlebnis eingeschlossen. „Nein, die Bildung ist nicht im Eimer“, betont die stellvertretende IGS-Leiterin Angelika Schoenheit, „wir haben mit diesem Bildungseimer-Projekt die Jury der Stadtteilstiftung überzeugen können. Die Gewinnsumme von viertausend Euro aus dem Stiftungspreis 2017 stecken wir in dieses pädagogisch wertvolle, stadtteilbezogene Projekt. Das wird über das Jahr 2017 und die Stadtteilgrenzen hinweg ausstrahlen.“ Ganz nach dem Motto: „Oben Bildung, unten Müll“. Den Wettbewerb „Projekt des Jahres“ hat die Stadtteilstiftung letztes Jahr neu ins Leben gerufen. Er findet jedes Jahr statt und ist mit viertausend Euro dotiert. Die Stiftung wählt aus allen Bewerbungen dasjenige Projekt aus, das am aussagekräftigsten und originellsten ist. Stiftungsvorstandsvorsitzende Ursula Schroers zeigt sich vom ersten Wettbewerbsergebnis beeindruckt: „Ein tolles Projekt! Die Schülerinnen und Schüler der IGS können sehr stolz darauf sein. Und wir von der Stadtteilstiftung freuen uns, dass wir dazu beitragen konnten.“ Bundestagsabgeordnete (MdB) Kerstin Tack (SPD), seit über einem Jahr Schirmfrau der Stadtteilstiftung, ergänzt: „Dieses Schulprojekt verbindet auf ganz großartige Weise historische Fakten mit Kreativität und Bildung. Wir sind sehr gespannt auf die Reaktionen der Bewohnerinnen und Bewohner.“

Die Stadtteilstiftung Sahlkamp-Vahrenheide ist Deutschlands erste Stadtteilstiftung. Sie fördert ausschließlich Projekte in den hannoverschen Stadtteilen Sahlkamp und Vahrenheide. Erziehung, Bildung und Soziales – das sind die Bereiche, in die die Stiftung Zinserlöse aus dem Stiftungskapital und auch Spenden gibt, um Initiativen und Einrichtungen für Kinder, Familien und Senioren zu unterstützen.

 

 

 

 

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